Wasser ist Leben | Verantwortung für Natur, Wasser und Böden – Sabine Nickel - Natur-Resilienz
- Sabine Nickel

- 1. Aug.
- 4 Min. Lesezeit

In den vergangenen Wochen habe ich viele Diskussionen über Wasserverbrauch verfolgt. Immer wieder wird gefragt, ob wir unsere Gärten überhaupt noch gießen dürfen.
Ich glaube, diese Frage greift zu kurz.
Für mich geht es um etwas viel Größeres.
Es geht um unseren Umgang mit der Natur.
Es geht um Verantwortung.
Und um die Erkenntnis, dass wir Menschen nicht neben der Natur leben, sondern ein Teil von ihr sind.
Wir schützen nur, was wir lieben.
Vielleicht beginnt genau deshalb jeder achtsame Umgang mit Wasser, Boden, Pflanzen und Tieren zuerst mit Verbundenheit.
Wasser ist ein Geschenk
Wasser begleitet alles Leben auf unserer Erde.
Es verschwindet nicht einfach, sondern ist Teil eines großen Kreislaufs. Es verdunstet, bildet Wolken, fällt als Regen oder Schnee zur Erde, versickert, speist Flüsse und Grundwasser und gelangt schließlich wieder ins Meer.
Die Gesamtmenge des Wassers auf unserem Planeten bleibt nahezu gleich.
Unsere Herausforderung besteht vielmehr darin, dass Wasser heute oft nicht mehr zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung steht. Längere Trockenperioden wechseln sich mit Starkregen ab. Viel Regen fließt oberflächlich ab, statt langsam in den Boden einzusickern und das Grundwasser zu erneuern.
Deshalb sollten wir sorgsam mit unserem Wasser umgehen – nicht aus Angst, sondern aus Verantwortung.
Verantwortung bedeutet für mich mehr als Wasser sparen
Verantwortung bedeutet auch, unser Wasser sauber zu halten.
Brauchen wir wirklich immer die stärksten Reinigungsmittel?
Muss jeder Fleck mit Chemie behandelt werden?
Viele Produkte sind heute deutlich umweltverträglicher als früher. Dennoch gilt für mich: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.
Denn alles, was wir in die Umwelt einbringen, kann früher oder später in unsere Gewässer gelangen.
Sauberes Wasser ist ein Schatz.
Auch der Boden braucht unseren Schutz
Ein weiterer Gedanke beschäftigt mich sehr.
Tag für Tag werden Böden versiegelt – durch Straßen, Parkplätze und immer neue Bebauung.
Dabei verlieren wir etwas Wertvolles.
Gesunde Böden speichern Wasser wie ein Schwamm.
Sie filtern es.
Sie geben es langsam an Pflanzen und Grundwasser weiter.
Wo Flächen versiegelt sind, kann Regen oft nicht mehr versickern. Er fließt rasch ab, während der Boden austrocknet.
Vielleicht sollten wir den Boden wieder mehr als lebendigen Organismus begreifen und nicht nur als Baufläche.

Wie möchten wir unsere Orte gestalten?
Vielleicht dürfen wir auch unsere Städte und Wohngebiete neu denken.
Brauchen wir wirklich immer noch mehr Asphalt, Beton und Pflaster?
Oder brauchen wir vielmehr mehr Bäume, Grünflächen und Orte, an denen Regenwasser versickern kann?
Jeder Baum spendet Schatten, kühlt an heißen Sommertagen seine Umgebung und schenkt Vögeln, Insekten und uns Menschen Lebensqualität.
Ich wünsche mir, dass wir beim Planen neuer Wohngebiete den Wert lebendiger Böden stärker berücksichtigen. Dass Gärten nicht nur als pflegeintensive Fläche gesehen werden, sondern als kleine Oasen des Lebens. Dass zwischen Häusern Platz bleibt für Bäume, Sträucher und Blühpflanzen.
Vielleicht dürfen auch Bauvorschriften künftig noch stärker darauf achten, wie viel Fläche tatsächlich versiegelt werden muss. Nicht, um Menschen etwas vorzuschreiben, sondern um gemeinsam lebenswerte Orte zu gestalten.
Ich beobachte außerdem einen Trend, der mich nachdenklich macht. Immer häufiger werden Vorgärten vollständig gepflastert oder betoniert, weil sie pflegeleicht erscheinen.
Doch jeder Garten, der grünt und blüht, ist weit mehr als nur ein Stück Privatgrund.
Er ist Lebensraum.
Er ist Wasserspeicher.
Er ist Nahrung für Bienen, Schmetterlinge und viele andere Insekten.
Er kühlt seine Umgebung.
Und er schenkt auch uns Menschen einen Ort zum Durchatmen.
Darum gieße ich meinen Garten
Ja, ich gieße meinen Garten.
Nicht verschwenderisch.
Nicht gedankenlos.
Sondern weil ich das Leben erhalten möchte.
Ein alter Baum spendet Schatten, kühlt seine Umgebung und bietet unzähligen Lebewesen ein Zuhause.
Blühpflanzen ernähren Bienen, Schmetterlinge und viele andere Insekten.
Ein naturnaher Garten ist weit mehr als ein schöner Anblick.
Er ist ein kleiner Beitrag zu einer lebenswerten Umwelt.
Wenn ich einen Baum in einer langen Trockenperiode unterstütze oder Blumen gieße, die Nahrung für Insekten bieten, empfinde ich das nicht als Verschwendung.
Ich empfinde es als Fürsorge.
Natürlich sammle ich, wo immer es möglich ist, Regenwasser. Ich gieße möglichst morgens oder abends und lieber seltener, dafür gründlich.
Auch das gehört für mich zu einem achtsamen Umgang mit Wasser.

Natur lehrt uns Verbundenheit
In meiner Arbeit als Natur-Resilienz-Trainerin erlebe ich immer wieder, wie eng unser eigenes Wohlbefinden mit der Natur verbunden ist.
Ein gesunder Wald schenkt Ruhe.
Ein Baum spendet Schatten.
Eine Blumenwiese bringt Leben hervor.
Sauberes Wasser nährt Pflanzen, Tiere und Menschen gleichermaßen.
Vielleicht beginnt Nachhaltigkeit nicht bei Verboten.
Vielleicht beginnt sie bei einer inneren Haltung.
Bei Dankbarkeit.
Bei Achtsamkeit.
Und bei der Bereitschaft, jeden Tag ein wenig Verantwortung zu übernehmen.
Nicht perfekt.
Aber bewusst.
Ich glaube, Resilienz entsteht nicht nur im Menschen.
Auch Landschaften können resilient sein.
Wälder.
Moore.
Wiesen.
Gärten.
Jeder Baum, den wir pflanzen.
Jede Blume, die wir wachsen lassen.
Jeder Quadratmeter Boden, den wir nicht versiegeln.
Jeder Tropfen Wasser, den wir achtsam verwenden.
All das ist Ausdruck einer Haltung.
Einer Haltung, die das Leben achtet.
Gerade die Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen hat mir gezeigt, wie kostbar das Leben ist.
Vielleicht wächst aus dieser Erfahrung meine tiefe Dankbarkeit für jeden Baum, jede Blüte, jeden Regentropfen und jeden Ort, an dem Leben wachsen darf.
Denn wir brauchen die Natur nicht nur zum Überleben.
Wir brauchen sie auch für unsere Seele.
Wer einmal unter einem alten Baum gestanden, dem Summen der Bienen gelauscht oder nach einem Sommerregen den Duft der Erde eingeatmet hat, der spürt:
Natur ist kein Luxus.
Sie ist unsere Lebensgrundlage.
Vielleicht beginnt ihre Bewahrung nicht mit großen politischen Entscheidungen.
Sondern mit vielen kleinen Entscheidungen, die jeder von uns jeden Tag treffen kann.
Denn wir schützen nur, was wir lieben.
Und was wir lieben, behandeln wir nicht gedankenlos.
Wir gehen achtsam damit um.
Wir bewahren es.
Und wir übernehmen Verantwortung dafür.
Lasst uns sorgsam mit unserem Wasser umgehen.
Mit unseren Böden.
Mit unseren Wäldern.
Mit unseren Gärten.
Mit allen Pflanzen und Tieren.
Denn am Ende bewahren wir damit nicht nur die Natur.
Wir bewahren auch unsere eigene Zukunft.





Herzlichen Dank für diese wertvollen Wassergedanken, die zutiefst meiner inneren Haltung & meinem Verhalten entsprechen.🙂